Durchfall bei Kälbern
Durchfall ist das Ergebnis einer Störung der Verdauung aufgrund einer infektiösen oder nicht-infektiösen Ursache.
Ursache
Die Ursache von Durchfall kann ansteckend, nicht ansteckend oder eine kombinierte Ursache sein. Infektionsursachen, die für die Milchwirtschaft wichtig sind:
- Viren: Rota, Corona, BVD
- Bakterien: E-coli, Salmonella typhimurium, Salmonella Dublin
- Protozoen: Kryptosporidiose, Kokzidiose, Guardia
Nicht infektiöse Ursachen können sein:
- Fütterungsfehler: Änderung der Fütterungszeiten, Mischfehler, Verwendung von verschmutztem Material / Rohren
- falsche Trinktemperatur, Überfütterung, Mischangebot von Milch und Ballaststoffen
- FütterungsbedingterDurchfall: zu fette Kuhmilch
- Einzelboxen: Feuchtigkeit, Zugluft, kontaminierte Materialien
- Medikamente: Nebenwirkungen, falsche Anwendung
Beschreibung
In einem Kälberdarm besteht ein enger Ausgleich zwischen Flüssigkeitsaufnahme (Resorption) und Freisetzung von Darmflüssigkeiten (Sekretion: ca. 6 Liter pro Stunde). Dieses Gleichgewicht kann durch viele infektiöse oder nicht infektiöse Ursachen gestört werden. Das Ergebnis ist der Verlust einer (großen) Menge an Flüssigkeit über den Kot: Durchfall. Die Reihenfolge, in der die Symptome beim Flüssigkeitsverlust durch den Darm auftreten, sind:
- Mattigkeitreduzierter Appetit
- der Saugreflex ist schwach oder nicht da
- kalte Nase, Ohren und Beine durch verminderte Durchblutung
- Dehydrationssymptome (tiefliegende Augen, verminderte Hautelastizität)
- Keuchen
- die Kälber werden schwach und liegen viel
- in der letzten Phase tritt eine Hypothermie (Unterkühlung) auf (<38 °C), die sich möglicherweise zu einem Schock entwickelt.
Abhängig von der Ursache können diese Symptome leicht bis sehr schnell (innerhalb weniger Stunden) auftreten.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Darmflora schnell wieder normal funktionieren zu lassen. Anfangs soll das Kalb gestärkt werden. Gleichzeitig sorgt man dafür, dass sich die Krankheit nicht ausbreitet. Es ist wichtig, die Behandlung rechtzeitig zu beginnen, d. h. bei den ersten Symptomen. Je früher die Behandlung, desto besser das Ergebnis. Dies sind die ersten,lebensrettenden Maßnahmen, die immer mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden sollten:
- die Ursache des Durchfalles entdecken, um richtig damit umgehen zu können. Dies kann mit Hilfe eines Durchfalltests erfolgen, den Alpuro Breeding für Sie durchführt.
- Upgrade der Flüssigkeitsversorgung/ Elektrolyt-Balance: ersetzen Sie die Milch mit Wasser mit Alvital (50 Gramm pro Liter) für bis zu 2 Tage (4 Fütterungen). Die Menge an Flüssigkeit sollte ausreichend sein für die Erhaltung und zum Ausgleich von Verlusten (dies kann bis zu 10 Liter pro Tag für ein Kalb von 50 kg betragen). Es ist wichtig, die Flüssigkeit mehrmals am Tag zur Verfügung zu stellen. Prüfen Sie, ob der Saugreflex beim Kalb noch vorhanden ist und nutzen Sie den Saugreflex des Kalbes. BSobald kein Saugreflex mehr vorhanden ist, muss das Kalb gedrencht / über die Sonde ernährt werden.
- Antibiotika verabreichen, um sekundäre bakterielle Infektionen zu verhindern (Tierarzt konsultieren)
- Wärmen Sie das Kalb, indem Sie es auf eine Gummimatte oder in gut eingestreutes trockenes Stroh legen. Das Wiedererwärmen mit einer Wärmelampe verhindert eine Unterkühlung
- Bei sehr schwachen Kälbern, die in kurzer Zeit viel Flüssigkeit verloren haben, kann eine Elektrolytinfusion lebensrettend sein. Durch die schnelle Anwendung der oben beschriebenen Maßnahmen verhindern Sie jedoch, dass eine Infusion notwendig wird. Die Nachsorge eines Kalbes, das eine Infusion erhalten hat, ist äußerst wichtig.
Dies sind die Wiederherstellungsmaßnahmen, sobald der Durchfall vorbei ist:
- Darmschutzprodukte wie Leinsamenmehl (5 bis 10 Gramm pro Kalb, zweimal pro Tag oder Leinsamenkleber bereitstellen
- Milchsäure verabreichen (z.B. Alfit)
Nach der Heilung können weitere Spurenelemente und Mineralstoffe verabreicht werden (Altop: 30 Gramm pro Kalb pro Tag). Wenn der Durchfall auftritt und um weitere Folgen für den Rest der Aufzuchtphase zu vermeiden, überprüfen Sie immer wie folgend beschrieben und passen Sie es gegebenenfalls an:
- Überprüfen Sie die Abläufe des Fütterungsmanagements
- Reinigen Sie das Fütterungs- und Tränkesystem und sorgen Sie für optimale Hygiene
- Boxen/Iglus und Ställe trocken halten
- Wenn die Wetterbedingungen es erfordern, heizen Sie den Haltungsbereich (Bucht, Iglu) auf
- Eventuell dreimal täglich füttern
Die Antibiotika zur individuellen Behandlung müssen mit Ihrem Tierarzt abgestimmt werden.