Hauterkrankungen aufgrund von Kälberflechte
Kälberflechte (Trichophytie) ist eine Pilzinfektion der Haut, die besonders bei Rindern unter 2 Jahren auftritt.
Charakteristisch sind die runden, kahlen, meist nicht juckenden Flecken mit grauer Kruste. Der Befall kann über den ganzen Körperverbreitet sein, aber es gibt einige klar bevorzugte Bereiche: Kopf, Nacken und Schultern.
Ursache
Trichophytie (Kälberflechte) wird durch den Pilz Trichophyton verrucosum verursacht. Die Kontamination erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt von Tier zu Tier. Indirekte Infektionen durch Stalleinrichtungen und Werkzeuge (z. B. die Injektionsspritze) sind ebenfalls möglich.
Beschreibung
Ringschorf (Trichophytie) ist eine häufige Pilzinfektion der Haut bei Kälbern und Jungrindern. Kälber können Träger des Pilzes ohne sichtbare Symptome sein. Aufgrund einer verringerten Immunabwehr (Schwächung), eines hohen Infektionsdruckes und / oder eines schlechten Stallklimas (warm, feucht) kann die Kontamination begünstigt werden. Typischerweise sind die runden, oft nicht juckenden, kahlen Flecken am Kopf, Nacken und Schulter. Der ganze Prozess von der Kontamination bis zur Genesung findet in verschiedenen Phasen statt:
- Inkubation (Zeit zwischen Infektion und sichtbaren Symptomen): Etwa 7-17 Tage nach der Infektion beginnt der Pilz sich schnell in den Haarfollikeln zu vermehren.
- Nach etwa 14-28 Tagen dringt der Pilz tief in die Haarschäfte ein und fängt an, Haare abzubauen.
- Maximale Störungen: vier bis sieben Wochen nach der Infektion ist der Zustand am weitesten fortgeschritten: runde, kahle Stellen mit gräulicher Oberfläche.
- Genesung: Im Prinzip ist der Zustand selbstlimitierend aufgrund des Aufbaus der Abwehr gegen den Pilz. Der Heilungsprozess dauert im Durchschnitt zwei bis vier Monate. Es sind jedoch auch kürzere (3 Wochen) und längere Zeiträume (9 Monate) bekannt. Bei Abheilung beginnt das Haar an entsprechenden Stellen wieder zu wachsen und die grauen Krusten verschwinden. Menschen können ebenfalls durch direkten Kontakt mit betroffenen Tieren infiziert werden. Besonders Kinder sind anfällig. Beim Menschen wird der Zustand Ringflechte genannt.
Behandlung
Obwohl die Erkrankung selbstlimitierend ist, wird eine Behandlung mit einem Fungizid empfohlen. Das Infektionsrisiko für den Menschen ist hierbei ebenfalls zu beachten. Die Behandlung ist durch mehrmaliges Waschen / Sprühen mit einem Fungizid möglich.
Es ist sehr wichtig, den Stall zu reinigen und zu desinfizieren, damit die Pilzsporen auf der Stalleinrichtungentfernt werden. Dies reduziert den Infektionsdruck für eine nachfolgende Herde.
Als Alternative können Äste einer Stechpalme (Ilex) im Stall aufgehängt werden (außerhalb der Reichweite der Tiere). Die Stechpalme wird als traditionelles Hausmittel gegen Flechte in Ställen eingesetzt. Während des Trocknens sondert der Ilex fungizide Stoffe ab, die den Pilz bekämpfen.